
đ Substitutionsbehandlung â StabilitĂ€t braucht Begleitung
Die Substitutionsbehandlung ist eine wissenschaftlich anerkannte und oftmals lebensrettende Therapie fĂŒr Menschen mit einer OpioidabhĂ€ngigkeit. Sie kann Entzugsbeschwerden und Suchtdruck vermindern, den Konsum illegaler Substanzen reduzieren und dadurch gesundheitliche, psychische und soziale StabilitĂ€t ermöglichen.
Substitution ist jedoch nicht dafĂŒr gedacht, lediglich einen körperlichen und seelischen âAbsturzâ zwischen den einzelnen Konsumphasen zu verhindern, wĂ€hrend der bisherige Drogenkonsum unverĂ€ndert fortgesetzt wird. Das Substitutionsmedikament soll eine verlĂ€ssliche Grundlage schaffen, auf der schrittweise VerĂ€nderungen und ein möglichst selbstbestimmtes Leben möglich werden.

Die Einstellungsphase benötigt besondere Aufmerksamkeit
Eine besonders sensible Zeit ist die Einstellungsphase. WĂ€hrend der bisherige Opioidkonsum reduziert beziehungsweise beendet werden soll, muss die individuell passende Dosierung des Substitutionsmedikaments erst schrittweise gefunden werden. Entzugsbeschwerden, Suchtdruck, Ăngste und innere Unruhe können fĂŒr die Betroffenen eine erhebliche Belastung darstellen.
Manche Menschen ĂŒberschĂ€tzen in dieser Phase ihre körperliche Belastbarkeit oder unterschĂ€tzen die Wirkung des Substitutionsmedikaments. Ein zusĂ€tzlicher Konsum von Heroin, anderen Opioiden, Alkohol oder beruhigenden Medikamenten kann zu gefĂ€hrlichen Wechselwirkungen, Atemstillstand, Ăberdosierung und Tod fĂŒhren. Daher sind gerade zu Beginn eine engmaschige Ă€rztliche Kontrolle, ehrliche GesprĂ€che ĂŒber den Beikonsum sowie eine verlĂ€ssliche psychosoziale und psychotherapeutische Begleitung besonders wichtig.
Beikonsum erhöht die Risiken
Bei einer angemessenen Dosierung soll das Substitutionsmedikament Entzugsbeschwerden und Suchtdruck weitgehend unterdrĂŒcken. Werden zusĂ€tzlich Opioide oder andere Substanzen konsumiert, erhöht sich die Belastung fĂŒr den Körper. Wiederholter Beikonsum kann die Toleranzentwicklung verstĂ€rken, die AbhĂ€ngigkeit stabilisieren und das Risiko einer Ăberdosierung deutlich erhöhen.
Dabei geht es nicht darum, Menschen fĂŒr RĂŒckfĂ€lle oder Beikonsum zu verurteilen. Vielmehr mĂŒssen die Ursachen gemeinsam verstanden werden: Ist die Dosierung noch nicht passend? Bestehen starke psychische Belastungen, soziale Probleme oder zusĂ€tzliche AbhĂ€ngigkeiten? Fehlen VerĂ€nderungsbereitschaft und tragfĂ€hige Behandlungsziele, kann die Substitution allein die notwendige Entwicklung nicht bewirken. Sie bietet jedoch die Chance, Motivation aufzubauen und VerĂ€nderung Schritt fĂŒr Schritt zu ermöglichen.
Erfahrung aus meiner therapeutischen Arbeit
Durch meine dreijĂ€hrige TĂ€tigkeit in einer stationĂ€ren Suchteinrichtung und meine anschlieĂende zwölfjĂ€hrige Arbeit als Psychotherapeut in einer ambulanten Suchthilfe verfĂŒge ich ĂŒber langjĂ€hrige Erfahrung in der Begleitung suchtkranker Menschen und von Personen in Substitutionsbehandlung.

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